texte

sonja koczula (2006)

die auseinandersetzung mit zeichen und spuren sowie deren kraft und bewegung ist seit einigen jahren mein zentrales künstlerisches thema. mich interessiert die spezifische dynamik von verschiedensten selbst entwickelten zeichenformen und symbolen, das heißt der vermittelte eindruck von bewegung und damit auch von (zeit-)raum.

die spur ist im allgemeinen überbleibsel und vage dokumentation eines ereignisses oder prozesses. sie zeugt von geschehen und damit von bewegung. zeichen entschlüsseln ereignisse in der umwelt, geben hinweise und erklärungen und stehen synonym für Bekanntes, Konkretes. Sie strukturieren unser Leben und geben uns im alltag die sicherheit, derer wir bedürfen. im zeichen ist die bedeutung der welt eingeschlossen und seine festigkeit sorgt dafür, dass wir uns verständigen können. jedem zeichen ist eine bestimmte bedeutung zugeordnet, die sich erschließen lässt, indem wir die spur zurückverfolgen, mit der beides, zeichen und bedeutung, verbunden ist.

die in meinen arbeiten entstehenden dunklen formen vor hellem hintergrund scheinen oft konkret gegenständliches zu meinen, tun es aber nicht. sie stehen allein für sich selbst. die form existiert eigenständig, das kunstwerk bildet nicht ab – es bildet seine eigene wirklichkeit.

gewollt ist jedoch ein moment der irritation des betrachters, wenn ein vehement und bestimmt gesetztes zeichen selbstbewusst scheinbar an gesehenes erinnert und fragen nach einer vermeintlich bekannten bedeutung aufwirft.

sonja koczula

aktuell


13.04.-05.05.2018

SPIELRAUM (e)
malerei und skulptur von
sonja koczula und mathias kadolph.

galerie ostendorff
D-48143 münster
www.ostendorff.de